23. JANUAR 2026
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PERSÖNLICHE & SOZIALE SKILLS
Autismus: Was es bedeutet, die Welt anders wahrzunehmen

Geht es dir manchmal ähnlich wie Nilay? Fragst du dich vielleicht gerade, ob du auch autistisch bist? Dann merk dir gleich das Allerwichtigste: Falls du eine Autismus-Spektrum-Störung (ASS) hast, bist du deswegen weder «gestört» noch krank. Du bist auf jeden Fall total in Ordnung, so wie du bist – einzigartig und wertvoll wie jeder Mensch! Erfahre mehr über die typischen Herausforderungen und Stärken von autistischen Menschen.
Das Wichtigste auf einen Blick 👇
- Bei autistischen Menschen hat sich das Gehirn vor der Geburt anders entwickelt.
- Menschen mit Autismus erleben die Welt anders.
- Vor allem soziale Situationen können herausfordernd sein.
- Autistische Menschen sind völlig okay und haben auch besondere Stärken.
Alle unsere Texte entstehen in enger Zusammenarbeit mit Beratenden von 147.
Was ist Autismus?
Menschen mit Autismus nehmen die Welt auf besondere Weise wahr: Ganz alltägliche Sinneseindrücke wie Berührungen, grelles Licht, Geräusche, Gerüche usw. werden von ihrem Gehirn teilweise nicht so stark gefiltert und können deshalb schnell zu einer Überreizung führen. Das kann sehr überwältigend und erschöpfend sein und den Alltag zu einer grossen Herausforderung machen.
Nilay beschreibt ihre Art der Wahrnehmung mit folgenden Worten: «Wenn ich an einem sehr belebten Ort bin, zum Beispiel an einem Bahnhof oder im Supermarkt, finde ich schnell alles too much. Menschenmengen, Lärm, Kindergeschrei, Stimmen, Gerüche: Es ist wie eine Lawine, die über mich rollt. Am liebsten hätte ich dann einen Lautstärkeregler oder eine Brille, die das Wichtige hervorhebt und alles andere ein bisschen dämpft.»
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Autismus, Asperger-Syndrom oder ASS? 🤔
Früher unterschied man zwischen frühkindlichem Autismus und Asperger-Syndrom. Heute gelten diese Begriffe als veraltet, und alle Arten von Autismus werden unter dem Begriff Autismus-Spektrum-Störung, kurz ASS, zusammengefasst. Das Wort «Spektrum» drückt aus, dass sich Autismus bei jeder Person anders zeigt.
Ist Autismus eine Störung?
Viele Betroffene mögen das Wort Autismus-Spektrum-Störung nicht, denn es klingt für sie, als seien sie irgendwie falsch oder krank. Autismus ist keine Krankheit, sondern eine Neurodivergenz (= das Gehirn funktioniert anders als bei den meisten Menschen). Diese Andersartigkeit muss und kann auch gar nicht geheilt werden. Autismus kann zwar in gewissen Situationen belastend und einschränkend sein, manche Betroffene sind auf Hilfe angewiesen. Autistische Menschen haben aber auch viele Stärken: Sie sind geschickt im Erkennen von Mustern, sie haben oft ein gutes Gedächtnis und Spezialinteressen, in denen sie richtig aufblühen und die sie mit viel Leidenschaft verfolgen.
👉 In der Schweiz ist rund ein Prozent der Bevölkerung im Autismus Spektrum.
👉 Übrigens: Viele Menschen mit Autismus haben auch ADHS.
🧠 Ursachen: Woher kommt Autismus?
Autismus entsteht während der Entwicklung des Gehirns, also schon vor der Geburt. Bekannt ist bislang nur, dass genetische Faktoren (Vererbung) eine grosse Rolle spielen. Auch biologische Abläufe während und nach der Geburt haben möglicherweise einen Einfluss. Autismus wird jedoch nicht durch die Erziehung oder bestimmte Erlebnisse verursacht.
Das Wort «Autismus» bedeutet übrigens so viel wie «auf sich selbst bezogen sein» (von griech. «autos» = selbst). Der Begriff wurde im 20. Jahrhundert entwickelt für Menschen, die stark in ihrer eigenen inneren Welt leben. Heute weiss man, dass Autismus viel komplexer ist.
Wie zeigt sich Autismus?
Autismus geht bei Nilay und vielen anderen oft mit Reizüberflutung einher. Als besonders stressig oder sogar beängstigend erleben es autistische Menschen auch, wenn sich gewohnte Situationen ändern. Viele Betroffene mögen deshalb klare Strukturen und feste Abläufe, denn diese geben ihnen Sicherheit. Manche finden Sicherheit und Beruhigung auch durch wiederholende Bewegungen wie Schaukeln oder Händeflattern, was man «Stimming» nennt.
ASS zeigt sich oftmals auch im sozialen Miteinander. «In einer grösseren Gruppe, das ist für mich schon so ab drei Personen, weiss ich nicht mehr, wo ich hinhören und hinschauen soll», sagt Nilay. «Am liebsten kommuniziere ich eins zu eins mit Menschen. Auch dann kann ich das Gesagte manchmal nicht richtig deuten. Ironie zum Beispiel verstehe ich nicht so gut, da ich dazu neige, die Dinge wörtlich zu nehmen.»
Da sich ASS sehr unterschiedlich äussert und der Diagnoseprozess lange dauern kann, wird Autismus bei manchen Menschen oft erst spät erkannt. Bei Nilay mit 13 Jahren, obwohl sich viele ihrer Eigenheiten schon im Kindergartenalter zeigten.
❤️🩹 Mobbing, Ausgrenzung, Einsamkeit
Autistische Jugendliche empfinden es oft als schwierig, neue Kontakte zu knüpfen und Anschluss zu finden. Leider kommt es oft vor, dass Autist*innen in der Schule ausgeschlossen oder sogar gemobbt werden, weil sie missverstanden werden. Viele Betroffene fühlen sich deshalb einsam. Es braucht manchmal Geduld, aber natürlich können auch autistische Menschen Freundschaften schliessen – sie sind oft sehr loyale und zuverlässige Freund*innen.
🔗 Mehr über Mobbing und Einsamkeit und Tipps, wie du Freund*innen findest.
Diese Eigenheiten treten bei autistischen Personen häufig auf
✅ Sensorische Unter- oder Überempfindlichkeit gegenüber Geräuschen, visuellen Reizen (Licht), Gerüchen, Geschmäckern, Berührungen sowie gegenüber bestimmten Konsistenzen beim Essen.
✅ Schwierigkeiten, Gefühle zu regulieren, zu erkennen und zu benennen oder auszudrücken.
✅ Vorliebe für wiederholende Bewegungen wie mit den Händen wedeln, wippen usw. als Strategien zur Selbstregulation (genannt «Stimming», von «self-stimulating behaviour» = «selbststimulierendes Verhalten»).
✅ Unsicherheit im Umgang mit anderen Menschen und mit Kommunikation; Mühe mit Blickkontakt, neuen Begegnungen und Small Talk; Mühe, soziale Regeln intuitiv zu verstehen. Einige Menschen mit Autismus sprechen gar nicht oder erst sehr spät.
✅ Mühe mit Ironie, Sarkasmus und Witzen, weil das Gesagte oft wörtlich genommen wird.
✅ Brauchen manchmal länger, um zu antworten, weil die Verarbeitung des Gesagten und die Reaktion darauf mehr Zeit brauchen.
✅ Starkes Bedürfnis nach festen Routinen und gleichbleibenden Abläufen, Mühe mit (kurzfristigen) Veränderungen, starkes Bedürfnis nach Vorhersehbarkeit.
✅ Spezialinteressen, oft verbunden mit viel Detailwissen und Begeisterung.
🤔 Overload, Meltdown und Shutdown: Was ist das?
Wenn dir alles zu viel wird – zu viele Geräusche, Eindrücke oder Gefühle auf einmal – kannst du in einen sogenannten «Overload» geraten. Dein Gehirn ist dann überlastet und kann nicht mehr gut steuern, wie du reagierst. Daraus kann ein «Meltdown» oder «Shutdown» werden. Der Begriff «Meltdown» bedeutet auf Deutsch so viel wie «Zusammenbruch durch Überlastung». Im Unterschied dazu ist ein «Shutdown» (= Abschalten) eine Art Notfallreaktion deines Körpers. Manchmal kann ein Shutdown auch nach einem Meltdown auftreten, wenn der Körper erschöpft ist. Während du bei einem Meltdown vielleicht schreist, weinst oder um dich schlägst, ziehst du dich bei einem Shutdown eher zurück, wirst dann sehr müde, wirkst möglicherweise apathisch oder verlierst vorübergehend deine Sprache.
👉 Wenn du einen Meltdown oder Shutdown erlebst, ist das kein Grund, dich zu schämen, sondern ein Zeichen, dass du beziehungsweise dein Körper Ruhe und Erholung braucht.
👉 Bei einem Meltdown oder Shutdown solltest du so schnell wie möglich an einen ruhigen, sicheren Ort gehen. Versuche tief zu atmen und die Reize, die auf dich einprasseln, zu reduzieren, etwa indem du Kopfhörer aufsetzt, deine Augen schliesst oder dir eine Decke über den Kopf ziehst. Manchmal hilft es, etwas (Kissen, Stressball) festzudrücken. Lass dir Zeit, bis dein Körper sich beruhigt hat und du dich erholt hast.
👉 Erkläre später deinem Umfeld, was passiert ist, damit dein Umfeld in Zukunft in ähnlichen Situationen weiss, wie es angemessen darauf reagieren und dich bei Bedarf unterstützen kann.
Folgende Auffassungen über autistische Personen sind falsch:
❌ Brauchen keine sozialen Kontakte: Im Gegenteil, viele Autist*innen fühlen sich einsam und wünschen sich Freundschaften. Aber sie haben oft Mühe, diese aufzubauen oder aufrechtzuerhalten.
❌ Haben keine Empathie: Falsch, Autist*innen können sogar sehr gut mitfühlen. Sie wissen nur nicht immer, wie sie es zeigen sollen, und wirken dann vielleicht distanziert. Oft beruhen Kommunikationsprobleme zwischen Autist*innen und Nicht-Autist*innen auch auf Gegenseitigkeit, da beide Gruppen nur bedingt dazu in der Lage sind, sich in die jeweils andere hineinzuversetzen. Was stimmt ist, dass Autist*innen manchmal Mühe haben, die Körpersprache und Gesichtsausdrücke von anderen richtig zu deuten.
❌ Man sieht es jemandem an: Nein, Autismus ist äusserlich nicht sichtbar. Bestimmte Verhaltensweisen können auffallen, aber du siehst es Betroffenen nicht an.
❌ Betrifft nur Jungs: Falsch, auch Mädchen und non-binäre Menschen können autistisch sein. Bei ihnen wird es aber oft später erkannt.
❌ Alle Autist*innen sind Genies: Es stimmt, dass manche eine bestimmte Hochbegabung in einem spezifischen Bereich haben, aber dies trifft nicht auf alle zu.
Autismus bei Mädchen
Jungen bekommen bis zu viermal so oft die Diagnose Autismus wie Mädchen. Wieso?
- Viele Test- und Diagnosekriterien sind eher auf «typisch männliche» autistische Merkmale ausgerichtet, die auffälliger sind.
- Mädchen sind oft sehr gut darin, sich so anzupassen, dass sie nicht negativ auffallen. Sie verstecken ihre Schwierigkeiten oder versuchen das Verhalten anderer Mädchen zu kopieren. Dieses «Maskieren» und sich Anpassen ist oft sehr anstrengend und ermüdend.
- Autistische Mädchen verfügen über bessere soziale Kompetenzen als Jungs und entsprechen oft eher den stereotypen Rollenvorstellungen des schüchternen, zurückhaltenden Mädchens.
- Die Spezialinteressen autistischer Mädchen sind häufig eher unauffällig und alterstypisch.
Aus diesen Gründen wird Autismus bei Mädchen oftmals nicht oder erst spät bemerkt und diagnostiziert. Auch ihr innerer Leidensdruck bleibt oft lange unsichtbar.
📚 Buchtipp: Manon Mannherz et al. (2025): Die Welt autistischer Frauen und Mädchen
🤔 Was bringt eine Abklärung?
Erkennst du dich in vielen Symptomen und Beispielen wieder? Dann kann es sinnvoll sein, bei einer Fachperson abklären zu lassen, ob Autismus vorliegt. Dies erfolgt mit Gesprächen, Fragebögen und Tests. Du bekommst dabei auch hilfreiche Informationen. Eine offizielle Diagnose kann dir helfen, deine Stärken und Eigenheiten besser zu verstehen. Zudem bekommst du dadurch Zugang zu Unterstützung, zum Beispiel zu einem Nachteilsausgleich in der Schule oder zu passenden therapeutischen Angeboten wie Sozialtraining oder Ergotherapie.
Eine Diagnose kann auch deinem Umfeld helfen, dich besser zu verstehen. Mit dem Wissen über ASS können deine Eltern und deine Lehrpersonen dafür sorgen, dass dein Alltag zu Hause und in der Schule autismusgerechter gestaltet wird – so, dass du optimal unterstützt wirst.
Autistische Menschen haben viele Stärken 💪
Diagnosen fokussieren oft vor allem auf Schwierigkeiten und Probleme, mit denen autistische Menschen konfrontiert sind. Sie haben jedoch auch viele Stärken, teilweise gerade wegen ihrer besonderen Wahrnehmungs- und Denkweise:
- Besondere Begabung in analytischem Denken. Viele Autist*innen können Probleme klar und logisch durchdenken. Sie finden zum Beispiel schnell heraus, warum ein Computerprogramm nicht läuft oder wie ein kniffliges Matheproblem zu lösen ist.
- Gut im Erkennen von Mustern und Zusammenhängen. Menschen mit Autismus bemerken oft Dinge, die anderen entgehen, zum Beispiel wiederkehrende Abläufe. So fällt ihnen etwa beim Gamen sofort auf, wie ein Level aufgebaut ist oder welche Strategie immer wieder funktioniert.
- Kreativität, Fantasie, Sensibilität. Autistische Menschen haben oft eine starke Vorstellungskraft, ein gutes Gespür für Stimmungen und eine Begabung für Kunst. Sie können zum Beispiel gut Geschichten schreiben oder Comics zeichnen und spüren oft sehr genau, wenn eine negative Stimmung herrscht.
- Gute Beobachtungsgabe und Detailwahrnehmung. Autist*innen sehen oft Dinge, die andere übersehen. Sie merken zum Beispiel innerhalb von Sekunden, wenn in einem Raum etwas anders steht oder entdecken kleine Fehler in einem Text oder Bild.
- Genauigkeit, Zuverlässigkeit und Ausdauer. Menschen mit Autismus machen das, was sie tun, meistens sehr gründlich. Sie bleiben lange und konzentriert dran, bis die Aufgabe oder das Projekt wirklich fertig ist und alles perfekt stimmt.
- Leidenschaftliches Interesse für bestimmte Themen (Spezialinteressen). Manche Themen fesseln autistische Menschen so sehr, dass sie darin zu richtigen Expert*innen werden. Sie können zum Beispiel stundenlang über Musik, Tiefseetiere oder Technik reden.
- Ehrlich, authentisch und direkt. Autistische Menschen äussern oft ehrlich und direkt, was sie denken – ohne Spielchen oder versteckte Botschaften. Wenn ihnen etwas gefällt oder nicht gefällt, sagen sie dies einfach geradeheraus, was sehr erfrischend wirkt.
- Loyale Freund*innen: Viele Menschen mit Autismus gelten als treue Freund*innen, auf die man sich verlassen kann, denn sie nehmen Beziehungen sehr ernst. Und wenn sie sich wohlfühlen, können autistische Personen sehr aufmerksam, empathisch und lustig sein.
Tipps und Strategien im Umgang mit Autismus 📝
Personen im Autismus-Spektrum können unterschiedliche Strategien nutzen, um mit ihren Besonderheiten umzugehen. Wichtig ist, dass du deinen eigenen richtigen Weg findest – und vor allem auch, dass du dich selbst richtig findest und akzeptierst, so wie du bist.
Allgemeine Tipps
- Informiere dich über Autismus. Lerne dich selbst besser kennen und verstehen. So kannst du dann auch deine Bedürfnisse besser mitteilen. 🔗 Autismus Schweiz
- Hol dir professionelle Unterstützung. Bei deiner Hausärztin, deinem Hausarzt oder beim Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst (KJPD) in deinem Kanton. Eine Fachperson kann dich unterstützen, mit den Herausforderungen gut umzugehen.
- Akzeptiere dich so, wie du bist. Jeder Mensch hat Stärken und Schwächen!
- Fokussiere auf deine Stärken. Mach dir deine Stärken bewusst: Was kannst du besonders gut? Was schätzen andere an dir?
- Nimm dir Zeit für deine Spezialinteressen. Wenn du in den Flow kommst und ganz in deine Welt abtauchst, ist dies eine wichtige Energiequelle!
Umgang mit den vielen Reizen im Alltag
- Vermeide Reizüberflutung. Meide laute Orte, grelles Licht und Menschenmengen. In einigen Läden gibt es Autismus-freundliche Angebote wie «stille Stunden».
- Ziehe dich an einem ruhigen Ort zurück, wenn es dir zu viel wird. Plane Zeit alleine ein, diese ist für viele autistische Menschen wichtig zur Erholung.
- Nutze Hilfsmittel zur Reizabschirmung. Kopfhörer sowie auch Sonnenbrillen können helfen, die Sinneseindrücke zu dämpfen.
- Finde deine persönlichen Strategien zur Selbstregulation. Stimming (Wippen, Summen etc.) oder auch Fidget Toys und Gewichtsdecken können dir helfen, dich zu beruhigen und Stress zu reduzieren.
Vorhersehbarkeit schaffen
- Bereite dich auf neue Situationen vor. Informiere dich im Voraus über das, was dich erwartet (Ort, Personen etc.).
- Mach dir Pläne. Es kann hilfreich sein, zu wissen, was als Nächstes kommt.
- Nutze feste Routinen. Regelmässige Abläufe im Alltag geben dir Sicherheit und reduzieren Stress.
Besseres Energiemanagement dank der Löffeltheorie 🥄
Das Leben mit Autismus kann sehr anstrengend sein. Manche Autist*innen sind nach der Schule so erschöpft, dass die Energie nicht mehr für Hausaufgaben oder Hobbys ausreicht. Gleichzeitig brauchen sie oft länger, um ihre Batterien wieder aufzuladen. Die Löffeltheorie kann hilfreich sein, um die eigenen Kräfte gut zu dosieren und Überlastung zu vermeiden.
Dahinter steht die Idee, dass Autist*innen jeden Tag mit einer bestimmten Anzahl Löffel aufwachen. Diese stehen für die Energiemenge, die für alltägliche Aktivitäten (aufstehen, duschen, sich anziehen, zur Schule gehen usw.) zur Verfügung steht. Jede Aktivität, ob positiv oder negativ, verbraucht eine bestimmte Anzahl an Löffeln. Das Ziel ist es, einen ganzen Tag durchzuhalten mit der Anzahl Löffel, die man am jeweiligen Tag zur Verfügung hat. Das bedeutet, Prioritäten zu setzen, Pausen zu machen, auch mal Nein zu sagen. Wenn alle Löffel verbraucht sind, ist es Zeit für Rückzug und Ruhe!
Tipp: Mach eine Energiebilanz: Überlege dir, wie viele Löffel dir jede Alltagsaufgabe kostet. Gibt es auch Aktivitäten, die dir Löffel schenken (= Energiequellen)?
👉 Mit einer Energiebilanz lernst du, deinen Tag besser und realistischer zu planen.
««Ich habe gelernt, das Leben mit einem zusätzlichen Löffel in meiner Tasche zu leben, als Reserve. Man muss immer vorbereitet sein.» »
Christine Miserandino, Autorin der Löffeltheorie
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